Chemotherapie

Heute stehen eine ganze Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die die Zellteilung und das
Zellwachstum hemmen (Zytostatika). Verabreicht in Form von Tabletten oder Infusionen verteilen
sich diese Zytostatika in alle Gewebe und Organe des Körpers und können so auch verstreute
Krebszellen erreichen und zerstören. Sie wirken auf den Kern der Krebszellen und sind besonders
erfolgreich bei schnell wachsenden Zellen, ein klassisches Merkmal von Krebszellen.
Allerdings ist es diese Eigenschaft der „systemischen Therapie“ – die Zytostatika wirken im
gesamten Organismus – auch ihre Crux, da auch rasch wachsende, sich häufig teilende normale
Körperzellen von den Zytostatika geschädigt werden können: zum Beispiel die blutbildenden Zellen
des Knochenmarks, die Zellen der Haarwurzeln, die Zellen der Magen- und Darmschleimhaut.
Entsprechend häufig sind Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall,
Schwäche und Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein. Die Schädigung der Blutbildung im Knochenmark
kann über eine Verschlechterung der Immunlage zu vermehrten Infektionen führen, über eine
Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) können Blutungen auftreten und durch eine
Verringerung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) können ausgeprägte Schwächezustände
entstehen.
Diese Nebenwirkungen hängen von der Art der eingesetzten Medikamente ab,
zudem sind sie individuell von Patient zu Patient recht verschieden. Auch
hier spielt der Allgemeinzustand eines Patienten vor Beginn einer Therapie
eine nicht zu unterschätzende Rolle. Heutzutage stehen jedoch unterstützende
Behandlungen (sog. supportive Therapien) zur Verfügung, die Nebenwirkungen
vorbeugen oder deutlich lindern können.
Ähnlich wie die Strahlentherapie erfolgt auch die Chemotherapie in bestimmten
Zeitintervallen nach einem genau berechneten Behandlungsplan, der die Dosierung und die
zeitlichen Abstände zwischen den Medikamentengaben vorschreibt. In den einzelnen
Chemotherapie-Zyklen werden die Zytostatika in einem „Block“ an einem oder an mehreren Tagen
gegeben. Zwischen diesen in der Regel vier bis sechs Chemotherapie-Zyklen folgen dann jeweils
Therapiepausen von einer bis mehreren Wochen zur Regeneration des gesunden Gewebes.
MK August 2010
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