Metastasierung

Wie der Begriff Karzinom ist auch der Begriff Metastase von einem griechischen Wort, metastasis, abgeleitet. Direkt übersetzt bedeutet dies nichts anderes als „Veränderung“. Und tatsächlich ist das ja genau das Ergebnis einer Metastasierung: Die Überwucherung und Veränderung eines Organs so, dass es seine eigentliche Aufgabe nicht mehr wahrnehmen kann.
In unserem heutigen Verständnis der Metastase kommt freilich noch ein Aspekt hinzu:
Wir sprechen dann von Metastasen, wenn durch die Verschleppung von Krebszellen von
ihrem ursprünglichen Entstehungsort, also z.B. der Lunge, Tochtergeschwülste in fern
liegenden Stellen des Organismus entstehen. Der Begriff wird also meist im Sinne der
„Fernmetastase“ verwendet.
Beim Zeitpunkt der Diagnosestellung sind bei mehr als der Hälfte aller Patienten mit
Lungenkarzinom bereits Metastasen in anderen Organen nachweisbar.
Prinzipiell kann
dabei jedes Organ von einer Verschleppung von Krebszellen aus der Lunge betroffen
sein. Besonders häufig allerdings finden sich diese Tumorabsiedelungen im
Knochengerüst (Knochenmetastasen) und in der Leber. Im Knochengerüst können sie
sich durch Schmerzen bemerkbar machen und die Knochenstabilität gefährden.
Lebermetastasen führen – wie das Lungenkarzinom selbst – erst allmählich zu
Beeinträchtigungen; Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sind dann oft die
ersten Anzeichen. Je nach
Lokalisation der Metastase kann es auch infolge eines Verschlusses der Gallenwege
zu einer Gelbsucht kommen.
Da der „verschleppte Krebs“ durch Krebszellen aus der Lunge verursacht wurde,
findet man bei der Untersuchung der Gewebeproben aus den Metastasen wiederum Zellen,
die nach wie vor als Lungenkrebszellen zu identifizieren sind. Die Behandlung von
so entstandenen Knochen- oder Lebermetastasen richtet sich damit nach den gleichen
Prinzipien, die für die Behandlung des Lungenkarzinoms gelten.
MK August 2010
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