Bronchoskopie und Gewebeuntersuchung

Die wichtigste diagnostische Maßnahme beim Verdacht auf ein Lungenkarzinom ist die
Bronchoskopie, also die Spiegelung und Beurteilung der Bronchien mit einem durch
die Luftröhre eingeführten optischen Gerät (Bronchoskop). Das Bronchoskop lässt sich
dabei bis in kleine Bronchialäste mit wenigen Millimetern Durchmesser vorschieben.
Die Untersuchung erfolgt dabei entweder in Narkose oder nach Gabe eines speziellen
Beruhigungsmittels unter gleichzeitiger örtlicher Betäubung der Schleimhaut des
Nasen-Rachen-Raumes und der Bronchien. Sobald sich in den untersuchten Arealen verdächtige
Erscheinungen zeigen, werden mit einer im Bronchoskop eingelassenen Zange Gewebeproben
aus der Bronchienwand entnommen (diese Form der Gewebeentnahme wird als Biopsie bezeichnet);
Proben aus dem Lungengewebe selbst werden dagegen mit Nadeln gewonnen, die durch die
Bronchienwand geschoben werden.
Eine zweite häufig genutzte Methode zur Gewinnung von Gewebematerial ist die Bronchiallavage.
Dabei werden die Bronchien mit einer speziellen Flüssigkeit durchspült, die anschließend abgesaugt
wird.
Eine dritte Untersuchungsmethode ist die Feinnadelbiopsie. Hier wird unter computertomografischer
Kontrolle von außen durch die Brustwand eine lange dünne Nadel in den verdächtigen Lungenbereich
vorgeschoben und etwas Gewebe entnommen. Diese Methode wird in der Regel dann eingesetzt, wenn
über die Bronchoskopie die verdächtigen Lungenbezirke nicht erreicht werden können.
Die mit Hilfe der oben genannten Verfahren gewonnenen Gewebepartikel werden anschließend in
feinste Scheiben geschnitten und unter dem Mikroskop untersucht. Mit dieser histologischen
Untersuchung wird abgeklärt, ob es sich um eine gutartige (benigne) oder bösartige (maligne)
Gewebeveränderung handelt. Gleichzeitig kann über den Typ des Tumors und das Ausmaß der
Zellveränderung entschieden werden. Damit wird meist auch sofort klar, ob das nachgewiesene
Lungenkarzinom in der Lunge selbst entstanden ist oder als Tochtergeschwulst, z.B. eines Brustkrebses,
in die Lunge eingeschleppt wurde.
MK August 2010
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